Clara Serena bleibt im Rubenshaus

Das Porträt von Clara Serena war das Spitzenstück der Ausstellung „Rubens privat”. Das Rubenshaus erhält dieses Werk jetzt als langfristige Leihgabe. Besucher, die die Ausstellung „Rubens privat” verpasst haben, können das Gemälde nun auch weiterhin im Museum bewundern.

Das kleine Porträt sorgte im Vorfeld der Ausstellung „Rubens privat” für eine Menge Aufsehen, als sich herausstellte, dass Rubens das Werk selbst gemalt hatte und nicht einer seiner Nachahmer, wie lange angenommen wurde.

 

Die Untersuchungen

Das Metropolitan Museum in New York verkaufte das Gemälde 2013 über Sotheby’s als kleines Porträt eines Nachahmers von Peter Paul Rubens. Obwohl verschiedene Experten bereits seit geraumer Zeit davon überzeugt waren, dass es sich hier um ein Werk handelte, das Rubens eigenhändig angefertigt hatte, blieben doch weiterhin Zweifel über den Maler des kleinen Tafelbildes und die Identität des porträtierten Mädchens bestehen.

Verblüffende Ergebnisse

Das Gemälde wurde von einem Privatsammler erworben und vor der Ausstellung „Rubens privat” gründlich untersucht und restauriert. Die Restaurierung brachte verblüffende Erkenntnisse zutage. Es schien sich hier um ein Bildnis von Rubens’ ältester Tochter Clara Serena zu handeln, das der Meister postum nach ihrem frühen Tod im Jahr 1623 oder wenig später angefertigt hatte.

 

Clara Serena als langfristige Leihgabe

Das Rubenshaus erhielt das Porträt von Clara Serena von einem Privatsammler als langfristige Leihgabe.

Leihgaben sind Werke aus Privatsammlungen oder öffentlichen Sammlungen, die vorübergehend - meistens einige Jahre - im Rubenshaus ausgestellt werden. Die Verhandlungen über langfristige Leihgaben mit den Sammlern ziehen sich oft über mehrere Jahre hin. Die Sammler entscheiden sich ganz bewusst dafür, ihr Werk in einem Museum auszustellen.

Unbezahlbar

Das Rubenshaus verfährt seit 2007 auf diese Weise. Werke so renommierter Künstler wie Van Dyck oder Rubens sind für viele Museen unbezahlbar geworden, auch für das Rubenshaus. Um es den Besuchern trotzdem zu ermöglichen, so viele Werke von Rubens und seinen begabten Zeitgenossen wie möglich zu bewundern, präsentieren wir regelmäßig neue Leihgaben. 

Noch vier neue Leihgaben

Das Rubenshaus erhält neben dem Bildnis von Clara Serena noch vier weitere Gemälde als Leihgaben. Lesen Sie hier mehr

 

Clara Serena

Über Clara Serena ist nur wenig bekannt. Das Mädchen wurde zwei Jahre nach der Hochzeit von Rubens und Isabella Brant geboren und am 11. März 1611 getauft. Philips Rubens, der Bruder des Malers, war ihr Pate und Clara de Moy, die Mutter von Isabella Brant, ihre Patin.

Die Zeichnung aus Wien mit der Darstellung einer Hofdame enthält eine Inschrift, die auf die Stellung von Clara Serena als Ehrendame der Erzherzogin Isabella verweist. Dass Rubens’ Tochter diese Stellung am Brüsseler Hof eingenommen haben könnte, ist nicht auszuschließen. Rubens war in dieser Zeit Hofmaler der Erzherzöge Albrecht und Isabella und im Alter von 13 Jahren selber Page am Hof von Marguerite de Ligne gewesen.

Jung gestorben

Clara Serenas genauer Todestag ist nicht bekannt. Dass sie jung gestorben ist, lässt sich aus einer Antwort von Nicolas-Claude Fabri de Peiresc auf einen nicht erhalten geblieben Brief von Rubens vom 25. Oktober 1623 ableiten. Der Maler hatte ihm in einem Postskriptum mitgeteilt, dass seine Tochter gestorben sei. Peiresc teilte Rubens in seinem Antwortschreiben sein Mitgefühl mit, weil der Maler viel zu früh von seiner einzigen Tochter („sua figliolina unica“) Abschied nehmen musste. Das Mädchen war möglicherweise kurz vorher im Alter von zwölfeinhalb Jahren gestorben.