Der junge Rubens: drei Fassungen von „Die Schlacht der Amazonen”

04.03.14 - 20.04.14

„Die Schlacht der Amazonen” stammt aus der Zeit, bevor der junge Rubens im Jahr 1600 nach Italien reiste. Das Gemälde ist aus zwei Gründen interessant: Es ist eines ältesten bekannten Werke des Meisters und Rubens’ frühste bekannte Zusammenarbeit mit seinem Kollegen und guten Freund Jan I. Brueghel.

Von diesem Frühwerk bestehen verschiedene Ausführungen. Wie verhalten sich die verschiedenen Fassungen zueinander und was ist ihr Status? Wir wissen, dass es zur gängigen Atelierpraxis gehörte, verschiedene Fassungen einer Komposition auf den Markt zu bringen. Die „Erfindung” bzw. die künstlerische Gestaltung und auch die Entwicklung eines neuen Produkts waren eine zeitraubende intellektuelle Herausforderung. Diese Investition sollte sich lohnen.

Die erste Fassung genießt das höchste Ansehen. Aufgrund der malerischen Qualität gilt das Werk in Potsdam als Original: Es wurde vollständig von Rubens und Brueghel selbst angefertigt. Wie steht es dann mit den übrigen Fassungen? Eines ist sicher: Alle drei Gemälde sind in derselben Zeit entstanden. Somit stellt sich die Frage: Wer hat sie gemalt? Wir warten diesbezüglich noch auf die Ergebnisse der Untersuchungen einer Gruppe von Rubensexperten.

Die Untersuchungen der Gemälde mit dem Titel „Die Schlacht der Amazonen” finden im Rahmen einer umfangreicheren Studie für den Corpus Rubenianum Ludwig Burchard - den Katalog von Rubens’ Werken - statt, der vom Zentrum Rubenianum herausgegeben wird. Der direkte Anlass für diese Untersuchungen ist die Veröffentlichung des ersten Teils über Rubens’ mythologische Gemälde im Jahr 2015.